anderswo...
lebt und arbeitet dort, wo er fotografiert...
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Photo: HEINER LEISKA
Vielleicht gibt es an dieser Stelle demnächst ein Interview mit Heiner Leiska.
Vielleicht...
Man trifft jeden mindestens zwei Mal im Leben....

Im Mai waren wir für ein paar Tage auf Usedom. Da fielen mir zuerst die Zink-Eimer auf. In Heringsdorf auf der Strandpromenade. Zwischen all den üblichen Verkaufsständen stand ein hübsches schneeweißes Zelt, davor waren Zink-Eimer aufgespießt und darin die herrlichsten farbigen Stoffe, zusammengeknüllt. Meine Kleider-Designer-Seele juchzte, ich musste hin und sehen, was es gab.
Lauter kleine Inszenierungen: Der Vamp, Madame, die Diva, Schmetterling und Mohnblüte!
Eine Überraschung die man am besten mit dem Fahrrad findet.

Leuchtend orange steht sie auf der sattgrünen Wiese, am Straßenrand im winzigen Ort Zollchow. Am Unteruckersee, der auch Oberuckersee heißen könnte, der Einfachheit halber, denn er liegt nördlich vom Oberuckersee, der sozusagen unter dem Unteruckersee liegt. Schließlich ist ja Norden auf der Karte immer oben.
Bei all dem Durcheinander und nach anstrengender Fahrradtour auf dem Weg zur Ostsee mit Zelt, Matte und Fahrradtaschen voller Regenkleidung (fast) quadratisch, praktisch, gut: Die Berlin-Usedom-Box. Genau genommen sind es mehrere Boxes, aneinandergestellt und jede hat eine eigene Funktion. Alles was der Radler braucht, wenn die Beine müde werden.
Wir haben die Prospekte ignoriert, die uns im warmen Sommer in noch wärmere Länder verschicken wollen. Wir haben die Last-Minute Angebote verschmäht, die uns ins ewige Eis oder den australischen Winter locken wollen. Wir haben auf Kreuzfahrtschiffe und (andere) Überlebenstrainings verzichtet.
Stattdessen, und nach kurzer Rücksprache mit unserem Konto, haben wir uns aufs Fahrrad gesetzt und sind Richtung Ostsee geradelt. Ich habe das das letzte Mal gemacht, als ich 35 Jahre und 20 Kilo jünger war - unsere Kinder haben erst Mal nichts dazu gesagt und nur gefragt, ob sie dann wohl das Auto haben können.
Auch wenn es mir in Friedrichshagen gut gefällt, ist dies nicht das Zentrum der Welt und auch nicht dessen Ende. Wir wollen den Tellerand schön flach halten, damit wir auch künftig einen gute Aussicht darüber hinaus haben. Ob das "anderswo" nun Köpenicker Altstadt, Berlin-Mitte, Amsterdam, ein rumänisches Dorf, New York, Grönland oder eine polynesiche Insel ist, spielt keine Rolle. Schön leben kann man überall, und noch schöner leben sollten alle überall dürfen. Obwohl noch sehr, sehr viel zu tun ist, bis dieser Wunsch für alle in Erfüllung gehen kann.
Wir wollen auch davon erzählen, was uns außerhalb von Friedrichshagen alles begegegnet. Vielleicht 20 km entfernt, vielleicht auf einem anderen Kontinent. Falls wir uns je aufraffen können diese Idylle zu verlassen...
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